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Evaluation von Patienteninformationen PDF Drucken E-Mail

Auftraggeber: Kooperationsgemeinschaft Mammographie-Screening

Projektlaufzeit: Juni – September 2008

Projektteam: Bettina Fromm, Gary Bente, Lisa Aelker, Ann-Kathrin Günter, Susanne Benner

Projekttitel: Evaluation von Patienteninformationen (Einladungsschreiben) zum Mammographie-Screening

 

Abstract

Im Auftrag der Kooperationsgemeinschaft Mammographie-Screening wurde in der vorliegenden Studie das Einladungsschreiben zum Mammographie-Screening-Programm evaluiert. Die Ergebnisse sollten Aufschluss darüber geben, wie das Anschreiben den Wünschen und Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechend formuliert sein muss, um den anspruchsberechtigten Frauen eine informierte Ent­scheidung für oder gegen eine Teilnahme am Screening zu ermöglichen. Da bisher noch keine systematische Evaluation zum Thema vorliegt, wurde zu diesem Zweck eine explorative Analyse mit 30 Frauen durchgeführt, in deren Rahmen den Frauen eine Version des Einladungsschreibens mit Merkblatt (G-BA) vorgelegt wurde.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Mammographie-Screening-Programm der Mehrheit der befragten Frauen nicht bekannt ist. Dies gilt ebenfalls für den Begriff „Screening“ selbst. Dementsprechend konnten sich die Befragten entweder nichts darunter vorstellen oder sie assoziierten das Wort „Screening“ mit einer neuen Unter­suchungsmethode. Die Motivation der befragten Frauen, vor dem Hintergrund der gegebenen Informationen am Programm teilzunehmen, fiel in Abhängigkeit ihres auf Brustgesund­heit bezogenen Bewusstseins und -verhaltens sowie vor dem Hintergrund ihrer Einstellung zur Mammographie und zum Programm unterschiedlich aus. Dement­sprechend konnten vier typische Handlungsmuster identifiziert werden:

  • Die Unverwundbare lässt nie oder selten Mammographien durchführen und ihr auf Brustkrebs bezogenes Bewusstsein und Verhalten ist durch Vermeidungs­techniken geprägt. Das Programm fasst sie als Bevormundung auf und steht ihm, auch wegen der ihrer Meinung nach unzulänglichen Untersuchungsmethode ablehnend gegenüber.
  • Die Versorgte geht regelmäßig zur Mammographie und hat eine vertrauensvolle Beziehung zu ihrem Arzt. Sie fühlt sich gut versorgt und nimmt die Qualität des Programms nicht wahr, sondern empfindet sich durch Praxis- und Terminvorgabe bevormundet. Aus diesen Gründen und wegen des unpersönlichen Prozederes lehnt sie das Screening ab.
  • Die Pragmatische lässt kontinuierlich Mammographien durchführen und versteht ihren Arzt als Berater in Gesundheitsfragen. Das Programm versteht sie als neues Angebot mit besonderer Qualität, das sie, nicht zuletzt aufgrund der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen, gerne in Anspruch nehmen möchte.
  • Die Folgsame überträgt die Verantwortung für ihre Gesundheit ihrem Arzt. Im Sinne dieses traditionell autoritativen Arzt-Patienten-Verhältnisses sind die Empfehlungen des Arztes für sie bindend, so dass sie die Entscheidung zur Teilnahme bzw. Nicht-Teilnahme in Programm von seinem Rat abhängig macht.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurden Empfehlungen zur typengerechten Ansprache sowie zur Optimierung des Einladungsschreibens und der Kommunikation im Programm formuliert. Bei deren Implementierung ist vor allem zu berücksichtigen, dass das Mammographie-Screening-Programm über verschiedene Kommunika­tions­kanäle bei der anspruchsberechtigten Zielgruppe publik gemacht werden sollte, um ihm so aus der Perspektive der Zielgruppe eine breitere Akzeptanz zu verschaffen. Zudem stellt das Screening in seiner Art ein Novum der medizinischen Versorgung in Deutschland dar – und dies muss von den Frauen zunächst verinnerlicht werden.

links

http://www.ksta.de/html/artikel/1218660727841.shtml

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=62330